Dem Plastik entgegen
- Text: Paula Meyer-Clason
- Fotos: Pacific Garbage Screening Project
Mehrere Millionen Tonnen Plastik gelangen jährlich in unsere Meere. Bis 2050 soll sich mehr Müll als Fische in den Ozeanen der Welt befinden. Mit der Unterstützung von GROHE setzt sich Marcella Hansch für eine effektive Lösung ein.

Die Verschmutzung unserer Gewässer ist eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit, daher verstärkt GROHE sein Engagement in diesem Bereich und unterstützt die Architektin bei der Forschung und Entwicklung ihres Social Enterprise, die unsere Meere und Flüsse nicht nur reinigt, sondern auch durch Aufklärungsarbeit auf das enorme Müllproblem aufmerksam macht. Als sich Hansch beim Tauchen im Ozean mehr von Plastik als von den erwarteten Meerestieren umgeben fand, entschloss sie sich, zu handeln. Sie rief das Projekt Pacific Garbage Screening ins Leben.
Ursprünglich sah es vor, Kunststoffe aus dem Great Pacific Garbage Patch – mit einer Fläche von Mitteleuropa die größte der fünf Müllinseln weltweit – zu entfernen. Die Entwicklung einer geeigneten Reinigungsplattform erfordert ein grundlegendes Verständnis der Wasserfließgeschwindigkeiten. Letztendlich ergab sich daraus eine Bauweise, dank der das Funktionsprinzip und Design der Plattform auf die individuellen Gegebenheiten der jeweiligen Gewässer reagieren kann. Die kammähnliche Architektur bricht die Strömungen mit ihren einundzwanzig geschwungenen Zinken, sodass das darin schwimmende Mikroplastik durch ein energieeffizientes Verfahren und ohne den Einsatz von Netzen in einem Reservoir landet.
„Marcella Hansch und ihr Team möchten nicht nur eine Lösung schaffen, die Plastik aus dem Ozean filtert, sondern auch die Menschen zum Umdenken bewegen.“
Thomas Fuhr, CEO der GROHE AG
Inzwischen liegt der Fokus auf den Flussmündungen: Rund 80% des Plastiks gelangen durch Flüsse ins Meer. Mit der 400 Meter langen schwimmenden Plattform wird vermieden, dass Kunststoffe überhaupt den Weg in die Ozeane finden. In Zusammenarbeit mit dem Aachener Institut der RWTH für Wasserbau und Wasserwirtschaft konstruierte ein interdisziplinäres Team von Naturwissenschaftlern, Ingenieuren und Meeresbiologen eine erste Teileinheit der Plattform und testete diese erfolgreich in einem großen Strömungskanal. „Die Ergebnisse zeigen, dass unsere Theorie der passiven Konstruktion ohne Netze grundsätzlich auch in der Praxis funktioniert“, bestätigt der Entwicklungsingenieur Jan Klosterhalfen.
Die geschätzten Kosten für den ersten Prototyp belaufen sich auf etwa eine Million Euro. Der Clou: Zusätzlich zu der Reinigung des Meeres widmet sich die NGO auch der Verwertung. Kaum mehr recycelbar, werden die gesammelten Partikel zu Energie und Produkten wie Synthesegas und biologisch abbaubarem Kunststoff umgewandelt. Da auch GROHE den Einsatz von Plastik vermindern möchte, wurde 2018 eine Initiative zur Plastikreduktion gestartet. Mit dem Ziel, Plastikverpackungen bei ihren Produkten durch nachhaltigere Alternativen zu ersetzen, konnte die globale Marke so bereits im Jahr 2019 fünf Millionen Plastiktüten einsparen. Bis 2021 soll diese Summe deutlich erhöht und auf bis zu 35 Millionen Plastikbeutel verzichtet werden.